Mein Erfahrungsweg war und ist ein tiefgreifender Prozess zu mir, von dem ich nie dachte, dass er möglich wäre. Meine Illusion, ich wäre nach einem Jahr Therapie "geheilt", war insofern ein Trugschluss, als das alles eine aufeinander bauende Erkenntnis ist.. wieder und wieder. Ich finde es sehr spannend und bereichernd, mich auf so intensive Weise immer weiter zu kennen und dadurch auch intensiver achten zu können. Der Weg dahin erforderte viel Mut, Kraft und Geduld. Aber er ließ mich auch in einer viel schöneren Welt ankommen. 

 

Es war eine Reise in ganz verschiedene Themen-Welten, die - das weiß ich jetzt - alle miteinander zusammenhängen. Ich bin durch die Erinnerung, den Schmerz und die Auswirkungen der traumatischen Erfahrungen des sexuellen und emotionalen Missbrauchs gegangen und habe mich dabei der dissoziativen Identitätsstörung, der Körper-Schema-Störung, der Selbstwertdepression, der massiven Selbstverletzung und der verschiedenen Süchte (Nikotin, Binge-Eating, Serienstream, Negativ-Fokus) gestellt... begleitet von hysterischen Phasen, Selbsthass, Todesängsten, Körperkontrollverlust, Panikattacken, massiver Einschränkung meiner Alltagsfähigkeit, Schwarz-weiß-Denken, Handlungsunfähigkeit, auf Scham und Abwertung basierender Isolation und Selbstaufgabe. Das heißt nicht, dass ich alles überwunden und abgehakt habe. Es bedeutet, dass ich durch den Prozess viel heilen konnte und mit dem, was noch da ist, bewusst umgehen kann. Bewusst umgehen meint, den Schmerz und das Leid zu würdigen und erinnern, aber nicht mehr damit identifiziert zu sein.

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